Meine (Welt)Reisen


Meine (Welt)Reisen - Berichte und Erfahrungen

10.06.2012

Ottawa

Meine erste und sicherlich auch letzte Nachtfahrt hatte ich von Sault St. Marie nach Ottawa - der Hauptstadt Kanadas. Obwohl ich fast während der gesamten 10-Stunden-Fahrt schlafen konnte, fühlte ich mich bei der Ankunft frühs um acht nicht wirklich erholt. Nichts desto trotz bin ich nach dem Einchecken im Hostel ins Naturkundemuseum Kanadas. Das Wetter war an diesem Tag nicht besonders geeignet um eine Stadtbesichtigung per Fuß zu unternehmen. Circa sechs Stunden verbrachte ich in den verschiedensten Abteilungen.


Weil nach meinem Verlassen des Museums die Sonne schien, bin ich um das Parlamentsgebäude gelaufen und habe mir mithilfe einer "self-guided Tour" (Broschüre) die vielen Statuen hinter dem Gebäude angeschaut.

Staatsoberhaupt Kanadas: Königin Elisabeth II.

Um 22 Uhr gab es eine phänomenale Lichtershow am Parlamentsgebäude, die ich mit Marian aus Jena (Deutsche trifft man überall) besuchte.
 
Am zweiten Tag sind wir in das Nationale Kunstmuseum, indem wir unteranderem eine gesonderte Austellung von Vincent van Gogh (Impressionismus) geboten bekamen.
Anschließend nahm ich eine Tour durch das Parlament. Da die englischsprachigen Führungen schon ausgebucht waren, musste ich mich mit der letzten französischen Tour zufrieden geben. In der Wartezeit bin ich auf den Turm des Parlaments ("Peace Tower"), um mir Ottawa von oben anzuschauen.

Die "Rote Kammer" (Senatssaal)

Am nächsten Morgen ging es mit dem 9Uhr Bus nach Montréal, in die französische Provinz Quebec.

07.06.2012

Lake Superior

Die Landschaft hat sich schon kurz vor der Provinz Ontario geändert. Aus den endlosen Weiten entwickelte sich eine dichte Seenlandschaft in einem kräftig grünen Mischwald. Zurzeit sind die Blätter der Buchen und Ahornbäume in einem zarten Hellgrün, womit das Dunkelgrün der Nadelbäume einen herrlichen Kontrast bildet.
Vier Nächte verbrachte ich in Longhouse Village (18km von Thunder Bay) am Lake Superior (deutsch: Oberer See). Dieser ist sowohl der Größte der „5 Lakes“ (Michigansee, Ontariosee, Eriesee, Huronsee und Lake Superior), als auch der flächenmäßig größte Süßwassersee der Welt. Er beinhaltet über 10% des gesamten Trinkwasservorkommens der Erde. 
Das in Privatbesitz befindliche Hostel, welches früher ein Motel war, bot mir für nur 20$ pro Nacht ein Privatzimmer. Die Eigentümer Lyod und Willa (beide Ende 70) wohnen im selben Gebäude. So wurde die Küche und das Wohnzimmer gemeinsam genutzt. Da während meines Aufenthalts größtenteils nur 3 weitere Personen im Hostel nächtigten, fühlte man sich wie in einer großen Familie. Die Geschwister Daniel und Doris kamen aus Toronto und kennen das Ehepaar bereits ca. 50 Jahre. Lyod war ihr Lehrer in Malaysia. Die letzte im Bunde war Elisabeth, eine in Deutschland geborene und schon über 40 Jahre in Kanada lebende Renterin.

Am Sonntag, den ersten Tag, sind alle zusammen in die Kirche gegangen. Mein somit erster „kanadischer“ Gottesdient wies zu meinem Erstaunen sehr viele Ähnlichkeiten mit der „deutschen“ Zeremonie auf. 
Danach ging es zum Denkmal eines der wichtigsten Nationalhelden Kanadas. Terry Fox rannte mit nur einem gesunden Bein (er litt an Knochenkrebs) für die Krebsforschung von Montreal beginnend durch das Land. Sein geplantes Ziel an der Westküste hat er nie erreicht, da er kurz vor Thunder Bay abbrechen musste. Abends führte uns Lyod zu einer Mülldeponie wo wir zwei Schwarzbären in nur 20m Entfernung beim Fressen zuschauen konnten.

Terry Fox Memorial
Schwarzbär

Den Tag darauf bin ich mit den drei Gästen zuerst zu den „Kakabeka Falls“ gefahren. Anschließend besuchten wir das Fort Thunder Bay, dass seit 1815 Handelsplatz der Weißen mit den Indianern war. Zum Abschluss bin ich mit Daniel auf den höchsten Berg Thunder Bays, den Mt. McKay, gewandert.

Kakabeka Falls mit 40m Höhe (Die Nigarafälle sind nur 12m höher)
Der Mt. McKay liegt im Kanadischem Schild. Hier wurden die bislang weltweit ältesten bekannten Gesteine gefunden (bis zu 4030 Millionen Jahre alt)

Am letzten Tag sind Daniel und ich mit zwei anderen Deutschen auf die Halbinsel „Sleeping Giant“ gefahren. Auf dieser liegen viele kleine Inseln idyllisch inmitten der Wälder. Von Thunder Bay aus kann man den „schlafenden Riesen“ mit viel Vorstellungskraft erkennen.

Silver Islet am südlichen Ende des Sleeping Giants
Am Mittwoch bin ich dem nächsten Bus nach Sault Ste. Marie (649km Entfernung) zugestiegen. Der Saints Mary River in der Mitte der Stadt trennt Kanada von den USA (Bundesstaat Michigan). Auf beiden Seiten gibt es Schleusen, die den Lake Superior mit dem Lake Huron verbinden.

01.06.2012

"Reise durchs Nichts"

Am Mittag des 31.05. bin ich mit dem Bus zur „Kontinentsdurchquerung“ aufgebrochen. Im Osten wird mein ersten Ziel wahrscheinlich Ottawa, die Hauptstadt Kanadas, sein. Um dort hinzukommen rechne ich mit 4-5 Tagen. Meine Zwischenstops für hauptsächlich Übernachtungen werden sein:
  • Regina (Hauptstadt Saskatchewans)
  • Winnipeg (Hauptstadt Manitobas)
  • Thunder Bay (Provinz Ontario)
  • S St. Marie
Die Reise bietet außer Prärie nicht viel. Deswegen will ich so schnellst wie möglich durch den Mittleren Westen um die restliche Zeit im Osten Kanadas / USA verbringen. Dort gibt es noch einiges zu sehen!
Von Calgary bis Ottawa sind es circa 3500km.